Für das Gelingen der Energiewende ist die Speicherung, der Transport und die Verteilung von erneuerbarer Energie essenziell. Eine wesentliche Herausforderung beim Umbau des Energiesystems hin zu mehr Energien aus erneuerbaren Quellen bei gleichzeitiger Gewährleistung der Versorgungssicherheit liegt vor allem im zunehmenden Ungleichgewicht zwischen Stromproduktion im Sommer und Verbrauch im Winter.
Die erneuerbare Energie aus Sonne und Wind wird mehrheitlich in den Sommermonaten erzeugt, diese lässt sich aber nicht im Stromnetz über einen längeren Zeitraum speichern. Das mit Hilfe der Power-to-Gas Technologie aus Strom gewonnene Gas kann jedoch im Gasnetz und in den Gasspeichern gespeichert und den KundInnen bedarfsgerecht zu jeder Jahreszeit zur Verfügung gestellt werden. Somit kann ein Überangebot an Energie aus dem Sommer in den Winter, wenn die Möglichkeit der erneuerbaren Energieerzeugung zu gering und die Nachfrage hoch ist, verlagert und für die Wärmeversorgung genutzt werden. So wird aus einem nicht nutzbaren Überangebot an Strom Grünes Gas, das für die Wärmeversorgung, die Mobilität und die Stromerzeugung bedarfsgerecht und das ganze Jahr über zur Verfügung steht (Sommer-Winter-Verlagerung).
Erneuerbares Gas kann in das bestehende Gasnetz eingespeist, dort gespeichert sowie zu den Verbrauchern über die Infrastruktur verteilt werden. Das Gasnetz kann bereits heute für verschiedene erneuerbare Gase genutzt werden, sofern die jeweiligen technischen Anforderungen erfüllt sind, und kann diese komplett unabhängig von Stromnetz und zeitlich entkoppelt zwischen Einspeisung und Bedarf zu jeder Jahreszeit zur Verfügung stellen.
Zu den erneuerbaren Gasen gehören aus erneuerbarem Strom hergestellter Wasserstoff und synthetisches Gas sowie aus biogenen Wertstoffen gewonnenes Biogas.