Als Antwort auf den anhaltend steigenden Energiebedarf in Tirol wurde im Jahr 1987 die Entscheidung getroffen, einen der effizientesten und umweltschonendsten Energieträger – Erdgas – als zusätzliche Alternative am Wärmemarkt anzubieten. Als Energiequelle zum Heizen, als Treibstoff, aber auch als Energieträger für Industrie und Gewerbe bietet Gas zahlreiche Vorteile.

Unternehmensgeschichte

Vom Gaslieferanten zum vielseitigen Energiedienstleister

Im Mai 1987 fiel nach jahrelangen Vorbereitungs- und Planungsaktivitäten der Startschuss für die Erdgasversorgung Tirols. Mit der Inbetriebnahme der Leitung von Raubling bis Kiefersfelden wurde der Grundstein für eine Einbindung Tirols in das europäische Erdgasverbundnetz gelegt.
Seitdem besteht ein reges Interesse an Erdgas und Biogas. Weite Teile Tirols sind bereits erschlossen. Die TIGAS baute das Versorgungsnetz in Tirol zügig aus und versorgt heute zahlreiche Privathaushalte, Betriebe und öffentliche Gebäude mit Erdgas und Biogas. Geografisch erstreckt sich das Versorgungsgebiet mittler-weile im Inntal von Erl bis Ried im Oberinntal, im Brixental bis Kitzbühel/Jochberg, im Söll-Leuken-Tal bis Hochfilzen, im Kaiserwinkl bis Walchsee, Kössen und Schwendt, im Zillertal bis Tux (Hintertux), im Achental bis Eben (Pertisau), im Stubaital bis Neustift, im Wipptal bis zum Brenner, auf das Seefelder Plateau, im Leutaschtal bis zur Gemeinde Leutasch, im Ötztal bis zur Gemeinde Sölden, im Pitztal bis zur Gemeinde Arzl im Pitztal, nach Ladis, Fiss und Serfaus, im Stanzertal bis Pians sowie im Paznauntal bis Galtür. Das Gasnetz der TIGAS deckt damit die zentralen Tiroler Siedlungs- und Industriegebiete im Wesentlichen ab.


In den vergangenen Jahren hat die TIGAS im Interesse einer den zukünftigen umweltpolitischen Anforderungen Rechnung tragenden Energieversorgung neue Geschäftsbereiche entwickelt. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der Erzeugung von Fernwärme durch bereits verfügbare Energieressourcen. Zu diesem Zweck errichtete die TIGAS eine regionale Fernwärmetransportschiene zwischen Innsbruck und Wattens, in die bisher unge-nutzte Abwärmepotenziale einer ökologisch und ökonomisch sinnvollen Nutzung zugeführt werden. Seit der Fertigstellung der Fernwärmetransportschiene im Jahr 2012 werden Kunden in Innsbruck, Neu-Rum, im Gewerbegebiet von Mils, in Volders und Wattens mit Fernwärme versorgt. Ebenso wurden die Fernwärmeak-tivitäten auf die Gemeinde Völs ausgedehnt, wo bereits erste Kunden mit Fernwärme versorgt werden.

Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt der Unternehmensaktivitäten liegt im Aufbau des Geschäftsbereiches Energieanlagenmanagement / EFM – Energy Facility Management für Industrie- und Gewerbekunden. Die TIGAS bietet im Rahmen von speziellen Energiekooperationen – nach den spezifischen Anforderungen der Kunden – das jeweils gewünschte Energieprodukt an.
Bereits seit 2007 forciert die TIGAS die Produktion und Bereitstellung von Biogas aus regenerativen heimischen Ressourcen und hält dazu eine Beteiligung von 48,78 % an der Bioenergie Schlitters GmbH. Ebenso besteht eine Kooperation mit dem Abwasserverband Achental-Inntal-Zillertal in Strass sowie dem Abfallbesei-tigungsverband Westtirol in Roppen. Ziel dieser innovativen und zukunftsorientierten Partnerschaften ist die Sammlung möglichst großer Mengen biogener Wertstoffe und Klärgas aus Abwasseranlagen, deren Verarbeitung zu Biogas und Einspeisung in das Gasnetz für Heizzwecke und zum Betanken von Erdgasfahrzeugen.


Durch die Biogas-Aufbereitung werden natürliche und heimische Ressourcen optimal genutzt. Mit dem dadurch mobilisierten neuen Energiepotenzial wird ein nachhaltiges, heimisches, umweltfreundliches und ins-besondere CO2-neutrales Entsorgungs- und Energieversorgungssystem in Betrieb genommen, welches we-sentlich zur Verbesserung der ökologischen Bilanz beiträgt. Durch die mehrfachen Einsatzmöglichkeiten von Biogas ist dieser Energieträger besonders effizient und ressourcenschonend.
Überdies wurde an der B169 in Schlitters im Zillertal die erste für den öffentlichen Verkehr zugängliche Bio-gastankstelle in Tirol in Betrieb genommen. Aber auch an den anderen 25 Gastankstellen in Tirol können kli-maneutrale Fahrzeuglenker normiertes CO2-neutrales Biogas aus heimischer Produktion nach Anmeldung über das AGCA Biomethan Register Österreich beziehen.​