Durch den Konflikt im Nahen Osten zeigen sich derzeit starke Schwankungen an den Gaspreisen – auch in Europa. An der Börse in Amsterdam wurde Erdgas zuletzt mit 70 Euro je Megawattstunde (MWh) gehandelt. Seit Kriegsbeginn hat sich der Gaspreis für kurzfristige Produkte damit um mehr als 80 Prozent erhöht. „Der Transport von Energierohstoffen aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die wichtige Straße von Hormus ist praktisch zum Erliegen gekommen. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte“, weiß TIGAS-Geschäftsführer Georg Tollinger.
Die Kundinnen und Kunden in Tirol spüren davon derzeit noch nichts: „Wir beschaffen unsere Gasmengen langfristig im Voraus und haben durch unsere Beteiligung am Gasspeicher Haidach bei Salzburg in Kooperation mit der RAG Austria AG auch ein Back-Up für Krisenzeiten“, so Georg Tollinger. Die Speicheranlage ist mit einem Arbeitsgasvolumen von ca. 33,5 TWh (2,6 Milliarden Kubikmetern) der zweitgrößte Speicher Mitteleuropas. TIGAS hat sich im Zuge der Ukraine-Krise dort eingemietet und kann dort den Jahresgasbedarf für bis zu 35.000 Haushalte zwischenspeichern. Aktuell ist der TIGAS-Speicher noch zu 41 Prozent (gesamt Österreich 35 %) gefüllt „und ist damit eine wichtige, strategische Reserve für uns“, betont Tollinger.
Ein Statement von RAG-CEO Markus Mitteregger dazu:
„Die vergangenen Wochen haben deutlich gezeigt, dass es weiterhin „Winter“ und weltweit Krisen geben kann. Auch in den kommenden Jahrzehnten werden die Energieversorger ihren Kunden durch die Nutzung der saisonalen und schon heute verfügbaren Gasspeichern, den bestehenden Gasnetzen und Gaskraftwerken die Versorgungssicherheit gewährleisten können. Die Zukunft ist bereits da. Im RAG Energy Valley Gampern zeigt RAG Austria bereits heute, wie die Sommersonne, in Wasserstoffgas umgewandelt und gespeichert, im Winter und Krisen mit Kraftwärmekopplung Wärme und Strom erzeugt.“
Geringe direkte Abhängigkeit Tirols von Krisenregionen
Auch Tirol hängt am deutschen Markt und die Gasmengen nach Deutschland stammen zum großen Teil aus Nordeuropa und den USA (Flüssigerdgas). „In diesem stabilen Marktumfeld haben wir auch schon frühzeitig die Mengen für die nächsten Jahre schrittweise eingekauft. Davon profitieren insbesondere die TIGAS-Haushalts- und kleine Gewerbekunden mit langfristig stabilen Preisen“, so Tollinger.
In Tirol beliefert TIGAS aktuell 100.000 Kundinnen und Kunden und ist damit klarer Marktführer. Das Gasnetz hat eine Gesamtlänge von aktuell ca. 4.000 km und erreicht 167 Tiroler Gemeinden. Mit dem für 2027 erwarteten Gas-Zusammenschluss zwischen Hochfilzen und Leogang erhält Tirol künftig eine zusätzliche Anbindung an das ostösterreichische Erdgasnetz „und damit noch mehr Versorgungssicherheit“, erklärt der TIGAS-Geschäftsführer.
Eine starke, regionale Infrastruktur, verlässliche Lieferbeziehungen sowie langfristige Kapazitätsbuchungen gewährleisten damit auch in geopolitisch angespannten Zeiten Stabilität für die Kundinnen und Kunden in Tirol. Der Einkauf für die nächste Heizperiode konnte bereits weitgehend abgeschlossen werden. Damit sind böse Überraschungen bei der Heizrechnung vorerst ausgeschlossen.
Bildunterschrift: Über die Gasdruckregelstation Ampass wird der Großteil der Versorgung von der Landeshauptstadt Innsbruck sichergestellt. Die benötigten Gasmengen sind ebenfalls langfristig gesichert, beruhigt TIGAS-GF Georg Tollinger bei einem Lokalaugenschein mit dem technischen Betriebsleiter Peter Orgler (Foto: TIGAS/Berger)